Wandern zum Steinbergturm Goslar

Strecke: 3,9 km
Dauer: ca. 1h 10 min
Höhenmeter: 120 m
Schwierigkeit: leicht

Mein Umzug nach Goslar ist jetzt über einen Monat her, Corona habe ich auskuriert und nun will ich mich auf den Weg machen und die Region erkunden. Dafür habe ich mir letzte Woche ein Stempelbuch bei der Touristeninformation in der Altstadt von Goslar geholt. Das Prinzip dahinter ist recht simpel. Man macht sich auf den Weg und wandert zu einer der Stempelstellen. Wenn man diese erreicht hat, kann man einen Stempel in sein Heftchen eintragen und stolz darauf sein, was man geschafft hat. Insgesamt gibt es 222 Stempelstellen im Harz. Da ich aber heute keine Lust habe weit zu fahren und, ehrlich gesagt, auch gar nicht die Kondition für eine weite Tour habe, schaue ich mich um, wo ich in Goslar und Umgebung hin kann und – sehr wichtig – wo ich meinen ersten Stempel für die Harzer Wandernadel sammeln kann. Es gibt einige Wanderwege in der näheren Umgebung und ich entscheide mich für eine Wanderung auf den 472 m ü.NN hohen Steinberg westlich der Stadt Goslar. Mein Ziel ist der Turm, der sich oben auf dem Steinberg befindet. Es soll eine schnelle und leichte Wanderrunde bei schönem Wetter werden, die man schnell am Nachmittag erledigen kann.

Schutzhütte des Goslarer Handwerks Mit Moos bewachsener Stein

Ich lasse das Auto auf einem nahegelegenen Parkplatz in der Straße „Alte Rodelbahn“ stehen. Von dort aus geht es für mich hoch hinauf. Anders als die schnellen Wanderer, die ich oben am Turm treffe, habe ich mich für einen Rundwanderweg um den Steinberg herum entschieden. Goslars Stadtteil Steinberg hat seinen Namen übrigens dem Berg zu verdanken. Der Mensch geht für gewöhnlich nach rechts und nicht nach links, daher bin ich von der Straße aus rechts abgebogen und zunächst Richtung Norden aufgebrochen, vorbei an der Schutzhütte des Goslarer Handwerks. Dort macht der Weg eine Biegung nach links und verläuft westlich der Stadt Goslar. Ich bin jetzt 400 m hoch und der Berg bietet mir ein unglaubliches Panorama auf das Harzvorland und die Stadt Goslar.

Blick auf das Harzvorland

Frisch gefällte Baumstämme neben dem Wanderweg

Leise vor mich hin trällernd, mit guter Laune und Sonnenschein folge ich dem Weg, bis ich schließlich eine Weggabelung erreiche. Rund 40 Minuten bin ich jetzt unterwegs. Hier finde ich einen besonders schönen Platz für eine kurze Rast. Denn hier befinden sich zwei Bänke mit freier Sicht auf goldblonde Gräser, die sich sanft im Wind wiegen. Hier kann ich meinen Blick schweifen lassen und die Natur genießen. Nach einer kurzen Pause breche ich wieder auf. Vor mir liegen nun nur noch wenige Meter bis zu meinem Ziel, dem Steinbergturm.

Ab hier sind es nur 1,7 km bis zum Steinberg

Kurze Rast auf einer Bank mit Aussicht

Stempelstelle der Harzer Wandernadel HWN 111

Im Gegensatz zu dem befestigten Weg, den ich vorher genommen habe, entscheide ich mich nun für einen schmalen Trampelpfad, der sich zwischen Bäumen und Sträuchern windet. Ich hätte den kleinen Weg fast übersehen, wobei ich habe ihn tatsächlich zunächst übersehen. Ich bin einige Meter zu weit gelaufen, sodass ich dann wieder umkehren musste. Der Pfad ist so dicht zugewachsen, dass man genau hinschauen muss, wo er beginnt. Nachdem ich mich 13 Minuten durch “Goslars Jungle” geschlagen habe – ich habe penibel darauf geachtet, meine Arme hochzunehmen, damit keine Zecken dran kommen – erblicke ich endlich den Turm und den Stempelkasten. Der Steinbergturm ist die offizielle Stempelstelle HWN 111. Ich zücke mein Stempelheft und freue mich über meinen ersten Stempel von 222.

Steinbergturm mit der offiziellen Stempelstelle HWN 111

Stempelkasten am Steinbergturm Gleich gibt es den ersten Stempel Mal sehen, ob alles drin ist Offizieller Stempel des Steinbergturm Goslar

Aufstieg auf den Steinbergturm Goslar

Ein Muss ist es natürlich, den Aussichtsturm zu besteigen und die großartige Aussicht auf das Harzvorland zu bestaunen. Der Turm wurde 1888 als Kaiserturm gebaut unter Leitung des Harzklub Zweigvereins Goslar. Erst später erhielt er den Namen Steinbergturm. Auf den Aussichtsturm führt eine schmale steinerne Wendeltreppe und ich muss mich gut festhalten. Es fällt nicht viel Licht durch die kleinen Fenster, sodass die Stufen nicht besonders gut zu erkennen sind. Aber der Aufstieg ist nicht schwer und ist für ältere Herrschaften sowie Kinder gut geeignet und er lohnt sich, da er einen wunderschönen Blick auf Goslar freigibt. Zusehen sind aber auch der Rammelsberg und die Granetalsperre. Im Sommer ist der Turm ohne Probleme zugänglich. Im Winter ist leider kein Aufstieg möglich, da er verschlossen wird.

Es geht hoch auf den Aussichtsturm Fenster mit Aussicht

Sicht auf das Harzvorland vom Steinbergturm aus

Das westliche Goslar

Blick auf die Granetalsperre vom Steinbergturm aus


Das Wegschild zeigt zur Steinbergalm


Unweit des Turms befindet sich auch die Steinberg Alm. Wenn man den Wanderweg Richtung Nonnenberg nimmt, sieht man irgendwann das Schild, das zur Steinbergalm weist. Von dort aus, sind es nur noch 200 bis 300 m. Also ein Katzensprung, auch für den unerfahrenen Wanderer.

Ich finde, dass sich ein Abstecher dorthin lohnt, auch wenn die Steinbergalm in erster Linie touristisch ist. Ich denke aber, dass gegen ein Bierchen mit Aussicht niemand etwas einzuwenden hat. Für Familien mit Kindern gibt es in der Nähe auch einen tollen Spielplatz mit Förderturm und übrigens steht auch dort ein Stempelkasten Nummer 111.



Voller Stolz betrachte ich nun meinen ersten Stempel und hoffe, dass sich das Heft schnell füllt. Mal sehen, wohin es mich das nächste Mal verschlägt.

Diese und weitere Wanderrouten und die dazugehörigen GPS-Koordinaten teile ich auch auf Komoot.

Mein erster Stempel an der Stempelstelle der Harzer Wandernadel HWN 111